FFE Rundbrief 2/22

Ausgabe Juli 2022

ISSN 2198-6878 (print) ISSN 2198-6886 (online)

Editorial

Im Zentrum dieses Rundbriefes steht wieder einmal das Thema Israel/Palästina, denn die Frühjahrssynode der Badischen Landeskirche hat zu der Eingabe des FFE, auf den Hilferuf der palästinensischen Mitchristen zu reagieren, jetzt einen Beschluss gefasst.


Es sei an die Ursprünge erinnert: Am 24.11.2018 widmete sich der FFE-Studientag dem Thema „Deutsch-lands Beitrag zu einem gerechten Frieden in Palästina/Israel“. (Ein Referent, der uns damals beeindruckte, war Professor Rolf Verleger, der, keine 70 Jahre alt, am 8. November 2021 verstarb. Seiner gedenken wir in diesem Heft mit einem Nachruf.) Auf jenem Studientag wurde eine Eingabe an die Landes-synode beschlossen, die der Leitungskreis im März 2019 realisierte. Die Herbstsynode 2019 nahm sie an. Die weiteren Schritte wurden u.a. durch Corona verzögert. So fand der beschlossene synodale Fachtag mit einjähriger Verspätung am 9. Juli 2021statt, aber auch die Herbstsynode 2021 nahm das Thema noch nicht auf. Wir fragten nach und wurden hellhörig, wie die Intention unserer Eingabe inzwischen durch eine synodale Arbeitsgruppe verbogen wurde. Der Versuch einer Kontaktaufnahme blieb ohne Resonanz. Daraufhin versuchte der Leitungskreis, mit einem Schreiben an die Synodalen noch vor der Frühjahrstagung auf die Problematik aufmerksam zu machen. Wir dokumentieren die Vorgänge.


Ein Anglizismus macht derzeit Karriere: Cancel Culture – gemeint ist das Skandalisieren von Personen, Positionen oder Themen, um sie aus dem öffentlichen Diskurs auszuschließen. Proisraelische Kampagnen betreiben sie zunehmend aggressiv. Im kirchlichen Raum sah sich die Evangelische Hochschule Freiburg unlängst damit konfrontiert. Ein Bericht aus Freiburg.

Der jüdische New-York-Times Korrespondent und Politologe Peter Beinhart nahm vom 9. – 12. Juni 2022 an der Konferenz „Hijacking Memory. Der Holocaust und die neue Rechte“ im Haus der Kulturen in Berlin teil. Seine Impressionen nach diesem Deutschlandbe-such hat er auf seinem Blog festgehalten. Die Lektüre täte manchem (Kirchen) Politiker bei uns gut.


Es gibt nicht viele Beispiele, dass die himmelschreiende Menschenrechtslage der Palästinenser an der Basis der evangelischen Kirche Widerhall findet, aber es gibt sie. Unser Leitungskreismitglied Johannes Maier stellt ein gemeindliches Seminar in Waldkirch vor, das sich mit dem Cry for hope beschäftigt hat. Vielleicht hat diese Initiative sogar die Chance auf der Karlsruher Weltkirchenkonferenz in Erscheinung zu treten.


Stark beschäftigt uns weiterhin der Ukrainekrieg und seine Auswirkungen. Die Planungen für den Studientag „Die Friedensbewegung und die ‚Zeitenwende‘“ am 5. November 2022 schreiten voran. Zehn der eingeladenen Friedensinitiativen haben inzwischen zugesagt, an den Podien teilzunehmen. Um frühzeitige Anmeldungen bei Dr. Dirk-M. Harmsen, Mail: dharm@web.de, Tel.: 0721-685289 wird gebeten.


Unser FFE-Mitglied Dr. Theodor Ziegler, der sein Engagement auf die Initiative „Sicherheit neu denken“ konzentriert, hat eine sehr bedenkenswerte Thesenreihe zum Ukrainekrieg verfasst, die wir zur Diskussion stellen wollen.

Stark scheint derzeit das Bedürfnis von Theologen und Kirchenvertretern, mit kriegslegitimierenden Äußerungen an die Öffentlichkeit zu treten. Dabei wird gern versucht, Anleihen bei der Autorität ausgerechnet Dietrich Bonhoeffers zu machen. Der ehemalige Rektor der Evangelischen Hochschule Freiburg Reiner Marquard tat dies mit einem Gastbetrag in der Badischen Zeitung unter dem Titel „Mit dem Schlimmen das Schlimmere verhüten“: https://www.badische-zei-tung.de/mit-dem-schlimmen-das-schlimmere-verhue-ten–211378965.html. Meine Replik „Nicht mit Bonhoeffer!“ mochte die BZ nicht abdrucken. Interessiert zeigte sich aber der Dietrich-Bonhoeffer-Verein, der die Kontroverse in die gerade erscheinende Ausgabe seiner Zeitschrift „Verantwortung“ aufgenommen hat.

Inhalt

BeitragSeite
Editorial von Manfred Jeub1
Die Eingabe des FFE an die Badische Landessynode – und ihre empörende Behandlung. Der Vorgang in Dokumenten:3
1. Brief des Leitungskreises Forum Friedensethik an die Landessynodalen im Vorfeld der Frühjahrsynode 2022 (24.03.2022)3
2. Bescheid des Synodalpräsidenten Wermke an die Initiatoren der Eingabe Dr. Harmsen und Dr. Wille (18.05.2022)5
3. Offener Brief des Leitungskreises Forum Friedensethik an den Präsidenten der Landessynode, Herrn Axel Wermke (24.06.2022)8
4. Antwortschreiben des Präsidenten der Landessynode Axel Wermke an die Dres Harmsen und Wille (29.06.2022)9
Evangelische BDS-Hochschule geoutet! Protokoll einer widerwärtigen Kampagne. von Manfred Jeub (22.06.2022)10
Was die Deutschen den Palästinensern und Juden schulden von Peter Beinart (14.06.2022)11
„Wir dürfen nicht schweigen…“ Eine Stimme von der kirchlichen Basis von Johannes Maier (29.04.2022)14
Kritik an Israels Politik aus dem jüdischen Gebot der Nächstenliebe heraus. Ein Nachruf auf Rolf Verleger von Arn Strohmeyer (11.11.2021)15
Der Ukrainekrieg aus pazifistischer Sicht von Dr. Theodor Ziegler (09.06.2022)17
Nicht mit Bonhoeffer! Eine Replik zu Reiner Marquards Gastbeitrag in der Badischen Zeitung vom 6.04.2022 von Manfred Jeub (24.04.2022)18
Geschichte und Frieden Leseempfehlung von Heribert Prantl (26.06.2022)19
Impressum20
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